Falkenburger Allegorie

Falkenburger Allegorie

Die „Falkenburger Allegorie“, eine Radierung von Hartmut R. Berlinicke, Wildeshausen, zeigt einen Ausschnitt des „Dorfparks Falkenburg.“ Das für unseren Diakoniekonvent wichtigste Gebäude ist die Kapelle rechts im Bild unter der Eiche und daneben ein Teil des Glockenturms.

 

Der Hof vor der Kapelle wird beherrscht von dem Abendmahlskelch, der in Form und Mächtigkeit an romanische Taufbecken erinnert. Er scheint Zentrum und Angelpunkt des Bildes zu sein. Rechts von ihm das irden getönte Schneckenhaus, hinter dem ein Erste-Hilfe-Koffer steht. Daneben liegt ein angeschnittener Brotlaib und vor ihm ein Vorhängeschloss mit Schlüssel. Am Glockenstuhl lehnt ein Spaten. Links neben dem Kelch liegt ein hellgrünes Feigenblatt.

 

Diese in den Hof hinein gestellten Dinge stehen symbolhaft für die sechs Werke der Barmherzigkeit aus dem Matthäus-Evangelium (Kap. 25, 31-40),  die Jesus auf sich bezieht mit den Worten: “Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

 

Der Spaten am Glockenturm versinnbildlicht das siebte Werk der Barmherzigkeit, das erst in der Zeit der frühen Kirche dazu kam, als nur die Christen die von der Pest Hinweggerafften begruben, ganz gleich, ob es Heiden oder Glaubensbrüder waren – eine Tat, die ihnen in der damaligen Zeit hoch angerechnet wurde.

 

Die Gegenstände auf dem Hof sind also Zeichen für elementares diakonisches Handeln, das für den Künstler Hartmut Berlinicke unbedingt in ein Bild vom „Diakoniekonvent Lutherstift in Falkenburg“ gehört:

 

Kelch                        Durstige tränken

Schneckenhaus       Fremdlinge beherbergen,

Erste-Hilfe-Koffer     Kranke besuchen,

Brot                          Hungrige speisen,

Schloss                    zu Gefangenen gehen,

Feigenblatt               Nackte bekleiden,

Spaten                     Tote begraben.

 

Auf dem Hof sind noch zwei weitere Gegenstände zu sehen. Vorn links steht neben dem Blatt ein Rost, der gemeint ist als der „Rost des Heiligen Laurentius“, auf dem er - Diakon der jungen Kirche in Rom - während der Christenverfolgung verbrannt wurde. Laurentius hatte den weltlichen Machthabern die Schätze der Kirche übergeben sollen, was er auch zu tun versprach. Nach drei Tagen brachte er ihnen den „wahren“ Schatz der Kirche: die Armen, Lahmen und Blinden. Seine Feinde empfanden das als Verhöhnung und verurteilten ihn zu diesem Martyrium. Unsere Laurentiuskapelle in Falkenburg ist nach ihm benannt.

 

Der andere Gegenstand ist ein Stuhl. Er lädt ein, Gast zu sein in unserer Gemeinschaft, um zu lernen oder auszuruhen, um Menschen zu begegnen oder in die Stille zu gehen. Der Stuhl ist leicht. In Gedanken nimmt man ihn in die Hand und stellt ihn dort hin, wonach einem der Sinn steht.

 

Das Bild ist eine Einladung:

 

Da sind Brot und Wein als ein Zeichen der Liebe Gottes und der Verbundenheit mit Christus. Der Kelch, nach oben geöffnet, ist ein Zeichen des Empfangens und erinnert an Brunnen- und Taufbecken, die gefüllt sind mit dem Wasser des Lebens. Das Haus der Schnecke weist hin auf die Möglichkeit des Rückzugs, auf

Geborgenheit und Kontemplation. Daneben der Koffer, der Aktion und Aufbruch, Engagement und Dienst verkörpert. Und endlich Schlüssel und Schloss als Ermutigung dazu, neue Räume des Lebens und Glaubens zu betreten, die Gott für uns bereit hält und wo Gott auf uns wartet.

 

Über alledem ein Himmel, dessen leichte Rötung das Empfinden von abendlicher Ruhe und Frieden aufkommen lässt. In diesen Himmel hineingesetzt ist der Lobgesang aus dem Nachtgebet der Kirche.

 

Es ist das Gebet, das die Diakoniegemeinschaft am stärksten miteinander verbindet. Die Antiphon und die ersten Zeilen dieses altkirchlichen Canticums überziehen mit ihren Noten und deren Linien den Abendhimmel wie eine Filigranarbeit.

 

Nunc dimittis - „Herr, nun lässt Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du gesagt hast, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen ...“. Dieses Preislied des alten Simeon (Luk. 2,29/32) steigt auf zum Lobe Gottes als Antwort auf die von ihm erfahrene Güte und Liebe.

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